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Die Philosophie des Bürgerzentrums Deutz basiert auf der Grundannahme, dass alle Menschen Ressourcen und Möglichkeiten haben, für individuelle und gesellschaftliche Probleme Lösungsschritte zu erarbeiten. Unter dem Motto „Zusehen Mitmachen Selbermachen“ bilden sich Gelegenheitsstrukturen, in denen die Menschen sich in ihrem individuellen Zeitrhythmus erproben können.
Das Bürgerzentrum Deutz ist offen für alle Menschen im Veedel: Frauen, Kinder, Familien, Männer, für Jung und Alt, für Gesunde und Kranke, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Hilfesuchende und -gebende, für Angehörige aller Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften.
Das Leben im Bürgerzentrum Deutz wird vom Geben und Nehmen bestimmt. In der Wechselseitigkeit der Erfahrungen liegt der soziale Gewinn. Mit dem Bürgerzentrum stellen wir einen Raum bereit, in dem die Menschen sich als Teil einer Gemeinschaft begreifen, um mittels dieser Erfahrung innerhalb und außerhalb dieses Raumes ihre eigenen Netzwerke aufzubauen und zu gestalten.
Auch im Jahr 2009 ist es uns gelungen, eine durchdachte Mischung von bildenden, gesundheitsfördernden, kreativen und musikalischen Angeboten im Bürgerzentrum bereitzustellen und damit die Bürgerinnen und Bürger zum Mittun in ihrem Stadtteil aufzufordern.
Täglich treffen sich inzwischen Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren in den zahlreichen Computerkursen und unterstreichen damit den medienpädagogischen Ruf des Hauses.
Das Projekt „Zurück zur Kultur“, in dem ältere Menschen regelmäßig zu Kulturveranstaltungen begleitet und anschließend sicher nach Hause gebracht werden, hat im letzten Jahr regelmäßig stattgefunden. Die Palette der Veranstaltungen reichte dabei von Oper, Philharmonie, Volkstheater, Kabarett, Lesung, Kindermusical bis hin zu Sommerfesten, Ausflügen und Circusbesuchen. Wir hoffen dass wir dieses Angebot auch im Jahr 2010 fortsetzen können.
Die regelmäßigen Ausstellungen mussten Aufgrund der Umbauarbeiten leider ruhen, werden aber nach dem Umbau wieder ein fester Faktor unseres Kulturangebotes. Kunst geht dahin, wo die Menschen sind und stellt sich der Auseinandersetzung. Hier entstehen dann wieder lebendige Diskussionen über Bilder, Wahrnehmungen und Interpretationen spontan beim Mittagessen, beim Kaffee im Bistro und beim Warten auf einen Kursbeginn.
Im letzten Jahr ist auch eine engere Verzahnung mit der Arbeit des ev. Familienzentrums entstanden, die ebenfalls sehr positiv in den Stadtteil wirkt. Hier wird aktuell an der Entwicklung eines Kooperationsvertrages gearbeitet.
Ein besonderes Highlight war im Dezember 2009 sicherlich die Lesung zur Buchveröffentlichung „Deutz ein Blick zurück“ des Ehrenamtsprojektes Ceno e.V..
Am 05.12.2009 wurden Ausschnitte aus den Erlebniserzählungen von Deutzer Bürgern und Bürgerinnen während der Zeit des 2. Weltkrieges von professionellen Sprechern vorgetragen. Wie im Buch wurden diese Erzählungen eingebettet in mühsam zusammengetragenes historisches Material, wodurch die Erlebnisse noch deutlicher eingeordnet werden konnten. Neben der Lesung wurden Bilder aus Deutz in der Zeit des Krieges gezeigt und so von den Veranstaltern CENO e.V. und dem Bürgerzentrum Deutz bei Cafe und Kuchen eine Plattform für einen Erfahrungsaustausch bereitgestellt, die auch rege genutzt wurde.
Über 60 Interessierte lauschten den Erzählungen und brachten während der Pausen eigene Erfahrungen und Erlebnisse ein. Schade nur, dass so wenige junge Deutzer Bürger und Bürgerinnen anwesend waren - denn dies war sicherlich eine Veranstaltung, in der ein Stück Deutzer Geschichte sehr lebendig erfahrbar war.
Wir werden auch im Jahr 2010 mit unserer Arbeit wieder versuchen die nötigen Impulse in den Stadtteil zu tragen, um wichtige Beteiligungs- und Bewusstseinsprozesse zu initiieren. Für die Unterstützung unseres Fördervereines und des Beirates, dessen Beratungs- und auch Kontrollfunktion ein wichtiger Beitrag zum Qualitätsmanagement der Einrichtung ist, möchten wir uns an dieser Stelle wieder ganz herzlich bedanken. |