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Projektarbeit bietet die Möglichkeit, in einem überschaubaren Zeitraum mit einer kontinuierliche Gruppe intensive und nachhaltige Erfahrungen zu initiieren.

So ergänzen Projekte immer auch die kontinuierlichen Gruppenangebote des Bürgerzentrums, greifen besondere Schwerpunkte heraus, vernetzen Zielgruppen und finden häufig in Kooperation oder als gezielte Stadtteilaktion statt.

Einzelne Projekte sind schon in anderen Bereichen des Jahresberichtes beschrieben, andere möchten wir an dieser Stelle vorstellen: Exemplarisch stehen für 2009 folgende Projekte:

Ehrenamtlerprojekt

Ehrenamtliches Engagement hat für das Bürgerzentrum Deutz aus verschiedenen Perspektiven einen großen Stellenwert:

Zum Einen sehen wir gerade für junge Menschen die Chance Sozialkompetenz zu entwickeln, indem sie durch ehrenamtliches Engagement und die damit verbundene gesellschaftliche Teilhabe verantwortungsvolle Herausforderungen annehmen.
Zum Anderen leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Gemeinwesens für den Stadtteil.
Im Bürgerzentrum engagierten sich in 2009 etwa fünfzehn Jugendliche ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Sie unterstützten das Team bei pädagogischen Angeboten im Kinderbereich oder bei Veranstaltungen.
Für die Jugendlichen heißt das, mit ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen ernst genommen zu werden und verantwortungsvolle Herausforderungen anzunehmen.
Sie erhalten die Möglichkeit, sich selbst zu erproben, Verantwortung zu übernehmen, ihr soziales Umfeld zu gestalten und somit auf einem wichtigen Schritt auf dem Weg zum  Erwachsenwerden zu gehen.
Das Ehrenamt ermöglicht den Jugendlichen ein Ausprobieren von anderen Rollenmustern, wirkt positiv auf das Selbstbewusstsein und kann bei der Orientierung für den weiteren Lebensweg hilfreich sein.
Neben dem Spaß an der Arbeit ist ein großer Motivator für die Jugendlichen das Erfahren sozialer Anerkennung in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld für ihr Engagement.
Sie lernen, soziale Verantwortung für Ihr Umfeld wahrzunehmen und dieses gestalten zu können.

Insbesondere die Circuspädagogik ist ein Arbeitsfeld, in dem sich die Einbeziehung der Jugendlichen bewährt hat. Beim „Deutzer Circus-Sommer“, der dieses Jahr zum 5. Mal stattfinden wird, übernehmen die Jugendlichen teilweise selbstständig die Anleitung der Kinder in verschiedenen Circusgenres und begleiten und gestalten diese bis zur fertigen Circusnummer im Circuszelt.

So findet sich ein besonderes Projekt, das sich über den Stadtteil hinaus erstreckte, im Bereich der Circuspädagogik: Jugendengagement in Bosnien bringt uns mit vier Ehrenamtlichen Jugendlichen nach Srebrenica in Bosnien-Herzegowina.

Vom 28. August bis zum 8. September unterstützen wir dort ein Kinder-Circus-Projekt.

Das Projekt:

Durch Kontakte mit engagierten Menschen aus dem Salzburger Land entstand die Idee, Jugendlichen aus dem Bürgerzentrum Deutz die Möglichkeit zu geben, ein Kindercircusprojekt für Kinder in Bosnien zu begleiten und damit auch an der Verwirklichung dieses Projektes insgesamt mitzuwirken.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine humanitäre Aktion, von Privatpersonen initiiert und organisiert, von österreichischen Jugendlichen unterstützt, in Zusammenarbeit mit der Salzburger Hilfsorganisation „Bauer helfen Bauern“ (BhB), die vor Ort in Bosnien und auch speziell in Srebrenica seit Jahren Projekte und Personal für den Wiederaufbau und für Multi-Ethnische Hilfeleistungen unterhält, für die Kinder und Jugendlichen von Srebrenica/BiH.

Die Deutzer Jugendlichen erfahren, dass auch durch ihr Engagement ein Projekt möglich wird, das den Beteiligten ein Gefühl für ein friedliches Miteinander, das ihnen eine lebenswerte Zukunft in Frieden ermöglichen kann, vermitteln kann.
Ziel des Vorhabens war, dass dieses Projekt, neben einer Woche Spaß und aller guten Dinge des Circus für die oft sehr mittellosen Kinder vor Ort, vor allem ein Friedensprojekt für die Region sein würde. Dadurch, dass Kinder aller vorhandenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen (Bosniaken, Serben, Kroaten) und optimalerweise auch deren Eltern für das Circusprojekt gewonnen werden sollen, wollte man einen Rahmen für Begegnungen schaffen.
Die sehr anspruchsvolle Logistik vor Ort (Werbung vor Ort, Organisation von Bussen als Fahrdienste in die Nähe von entfernteren Bergdörfern, Frühstückssnack und Mittagessen, Getränkeversorgung, Nachtwachen, Hilfe bei Zollangelegenheiten, Organisation von Dolmetschern, Unterkunft und Verpflegung für die Teamer, ...) wurde von BhB übernommen und hervorragend über die Bühne gebracht. Unterstützt wurden wir vor Ort von heimischen Dolmetschern, jungen Menschen Anfang Zwanzig, ebenfalls Serben und Bosnier, die für uns Englisch-Bosnisch übersetzten und ein sehr wichtiger Teil des Teams waren.

Das Projekt war in jeder Hinsicht sehr erfolgreich: täglich waren 150-190 Kinder auf dem Camp, davon ca. 70 täglich die ganze Woche, die restlichen Kinder kamen unregelmäßig, teilweise, weil sie keine Zeit hatten da sie arbeiten mussten, teilweise, weil sie nur mal schauen und ausprobieren wollten. Obwohl keiner der Teamer genau wusste wie viele Teilnehmer er am nächsten Tag haben würde und vor allem welche Kinder wiederkommen würden, stellten wir uns der Herausforderung und jeder begleitete einen eigenen Workshop, teilweise mit, teilweise ohne festen Dolmetscher bis zur Show. Noch am Tag der Aufführung kamen 20 neue Kinder auf den Platz, die selbstverständlich auch noch an der Show beteiligt wurden, sodass wirklich alle Kinder, die wollten, in die Manege gebracht wurden um ein gemeinsames Event zu kreieren.

Die Kinder nahmen teilweise Anreisewege von bis zu zwei Stunden in Kauf. Vom ersten Tag an waren Kinder aller verschiedener Ethnien auf dem Camp. In den Workshops spielte es keine Rolle mehr, woher man kam und wer man war.
Teilweise war schon der Anblick des Circuszeltes die Mühe der Reise wert, denn selbst viele der Aufbauhelfer hatten in ihrem Leben noch nie ein Circuszelt gesehen, geschweige denn eine Vorstellung besucht.
Die Circusvorstellung war ein voller Erfolg: Für die teilnehmenden Kinder, für deren Eltern im Publikum, für die anwesenden Politiker (Bürgermeister von Srebrenica und Tuzla und benachbarten Gemeinden, und sogar Valentin Inzgo, der hohe Repräsentant der Vereinten Nationen für Bosnien und Herzegowina) war es ein unvergessliches Erlebnis, dass für ein Stück Hoffnung auf eine friedliche, gemeinsame Zukunft und ganz einfach als ein bisschen Unterhaltung in einem sonst meist schwierigen und tristen Alltag steht.

Auch in diesen Alltag durften wir einen kleinen Einblick gewinnen. Morgens lernten wir die Kinder kennen, nachmittags ihr Lebensumfeld und die Vergangenheit des Ortes. Natürlich war auch für uns ein Besuch in Potoari eine Pflicht, der wir gerne nachkamen. Die Besichtigung der alten Fabrik und der Räumlichkeiten der niederländischen UN-Soldaten, sowie des eingebauten Gedenkbereiches und des Friedhofes hinterließen einen bleibenden Eindruck bei uns allen.

Wesentlich fröhlicher, wenn auch im Wesentlichen nicht weniger bedrückend, waren unsere Besuche in den umliegenden Dörfern, in die wir von den dortigen Bewohnern eingeladen wurden. Wir bekamen so die Gelegenheit auch das Umland und die Lebensbedingungen dort, aber auch die Menschen die dort leben und ihre unvorstellbare Gastfreundschaft kennen zu lernen. Auch die Hügel um Srebrenica zeigten sich uns als Landschaftlich wunderschön und ließen erahnen, welch eine Gegend dies einmal war und hoffentlich wieder werden wird. Und auch die Gespräche mit den Dolmetschern und anderen Einwohnern bereicherten unser Wissen und Verständnis für diesen Ort und seine Bewohner.

Durch ein Internettagebuch und das Einstellen von Fotos ins Internet konnte der Einsatz des Teams aus dem Bürgerzentrum auch in Deutz verfolgt werden und wurde von verschiedenen Besuchergruppen des Zentrums wahrgenommen.

www.enei.at/srebrenica

Alle Teilnehmer sind sich einig, dass diese Fahrt sowohl eine große persönliche Erfahrung ist, als auch die Unterstützung dieses Projektes sich 100%ig gelohnt hat und ein voller Erfolg für alle Beteiligten war.
Valentin Inzgo sagte: „Das ist das wahrscheinlich schönste und hoffentlich nachhaltigste Projekt in Srebrenica seit Kriegsende.“

Geo-Caching

Ein besonders vielseitiges Genre hat in 2009 Einzug in die pädagogische Arbeit des Bürgerzentrums Deutz gehalten: Geo-Caching ist eine medial-reale Schatzsuche. Angedacht als ein Projekt, das alle Altersgruppen ansprechen soll, erreichten wir zunächst die medienerfahrene Zielgruppe zwischen sechzehn und Anfang zwanzig.

Die Aktionen sind vielfältig: Schon bei der Internet-Recherche nach einem Cache wollen geographische Kenntnisse bewiesen und Verschlüsselungen geknackt werden. Dann geht es mit GPS-Gerät, Taschenlampe, Taschenrechner und Kugelschreiber bewaffnet los, teils in Kölner Stadtteile, teils abseits der bekannten Forstpfade, tief in den Wald. An verschiedenen Stationen wird nach Hinweisen gesucht, werden Rätsel durch Mathematik und kluges Kombinieren gelöst und schließlich nach einigen Stunden und bisweilen auch verbunden mit dem Ausweiten der eigenen Frustrationstoleranz der Schatz erfolgreich geborgen.

An vielen Stellen in Deutschland, innerstädtisch oder im Gebirge, wartet ein Schatz darauf gefunden zu werden. Versteckt von einem Teil der immer größer werdenden Geo-Caching-Gemeinde, sind diese Schatzsuchen ausgelegt auf wenige Stunden oder mehrere Tage und erfordern völlig unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten von denen, die sich auf die Suche begeben.

Hat sich das Geo-Caching-Projekt des Bürgerzentrums bisher darauf beschränkt, sich auf Schatzsuche zu begeben, so ist in Zukunft daran gedacht, auch selbst Caches zu entwickeln und so nicht nur als Nutzer sondern auch als Entwickler tätig zu sein.

Kindergeburtstage

Das Bürgerzentrum Deutz als „Dienstleistungszentrum für Familien“ bietet die Ausrichtung  von Kindergeburtstagsfeiern als familienentlastendes Angebot an. Damit reagierten wir darauf, dass Geburtstagsfeiern, die einerseits einen hohen „Event-Charakter“ habe, zum anderen aber auch kostengünstig und mit möglichst wenig Stress für die Familie verbunden sind, immer wieder im Bürgerzentrum angefragt wurden. Viele Eltern möchten sich den Stress einer Geburtstagsfeier ersparen, sei es wegen der Größe der Wohnung, wegen der vielen Arbeit oder wegen dem zunehmenden Anspruch, eine ganz besondere Feier ausrichten zu wollen.

Hier möchte das Bürgerzentrum ansetzen und hat einen Katalog für Kindergeburtstagsfeiern in das Angebot mit aufgenommen.

Dabei sehen wir es als Herausforderung an, bei der Ausrichtung von Geburtstagsfeiern möglichst flexibel Kundenwünsche erfüllen zu können.

Für die Kinder soll es ein nachhaltiges Erlebnis werden, auch mit Alternativen zum Konsumprinzip.

Dazu gehört ein großes Spektrum an Themen, unter denen die Feier auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt ausgerichtet werden kann, ein möglichst umfangreiches Altersspektrum unserer Zielgruppe, die Möglichkeit einer möglichst freien Terminwahl und ein Reagieren auf Kundenwünsche bezüglich ganz eigener Vorstellungen. So gibt es zwar einen Themenkatalog, der von der Prinzessinnenfeier über Indianer- und Piratenfeste sowie einem Geburtstagscircus bis hin zu Rallyes durch den Stadtteil reicht, immer wieder richten wir uns allerdings nach den ganz besonderen Vorstellungen und Wünschen der Kunden. So entwickelten wir auch einen Cowboygeburtstag oder eine gruselige Geburtstagsparty zu Halloween.

Wie immer ist es uns hier wichtig, möglichst ganzheitlich die Kinder anzusprechen, sie mit ihren eigenen Interessen und Vorlieben ernst zu nehmen und ihnen eine erlebnisreiche Alternative zu rein konsumorientierten Feiern zu bieten.

Ausserdem in 2009

  • Krabbelgruppe
  • „Jugendliche im Stadtquartier“
  • Cinepänz - 20. Kölner Kinderfilmfest!
  • Integratives mehrgeneratives Puppentheater-Projekt
  • 5. Deutzer Circus-Sommer – integrativ!
  • 8. Kölner Wintervarieté
  • Kölner Elf
  • Jahresabschlussfest
  • Bürger helfen Bürgern
  • Familienprojekt „Fit für Familie und Beruf“